Analfistel

Eine Analfistel entsteht meist als Folge einer Entzündung im Bereich der so genannten Proktodealdrüsen im Enddarmbereich. Diese Drüsen liegen am Übergang der Dickdarmschleimhaut zum Analkanal. Während sie bei Säugetieren als Duftdrüsen eine wichtige Rolle spielen, haben sie beim Menschen ihre Funktion verloren.

Diese Drüsen münden in das Darminnere, weshalb Bakterien aus dem Darm in die Drüsen eindringen und dort eine Entzündung verursachen können. Als Folge dieses Infektes bildet sich eitriges Sekret, das sich abkapseln und so zu einem Abszess führen kann. Besteht dieser kleine Abszess, der oft keine Symptome verursacht, für eine längere Zeit, kann er Gänge (Fisteln) bis zur Hautoberfläche ausbilden, seltener auch in die Harnblase oder Scheide. In manchen Fällen endet eine Fistel auch als Sackgasse blind im Gewebe.

Analfisteln und -abszesse können aber auch als Folge einer entzündlichen Darmerkrankung wie etwa Morbus Crohn oder einer Divertikulitis auftreten.

Oft macht sich eine Analfistel als ein Abszess im Afterbereich erstmalig bemerkbar (sog. perianaler Abszess). welcher unter Vollnarkose als Notfall ausgeräumt werden muss. Nur selten lässt sich in diesem akuten Stadium eine Fistel darstellen.

Eine Analfistel muss immer operiert werden und heilt nie spontan aus. Allerdings kann eine Fistel über einen längeren Zeitraum keine Symptome verursachen, also stumm sein. Symptome sind meistens ein Nässen um den After herum, was zur Verschmutzung der Unterwäsche führt und auch stark riechen kann. Eine nicht therapierte Fistel kann durch wiederkehrende Entzündungen mit Abszessbildung zu einer Schädigung des Schließmuskels führen und ggf. auch zu einer bösartigen Entartung führen.

Die Art der Operation hängt dabei von dem Verlauf der Fistel ab. Dabei ist der Bezug zum Schließmuskel für die Therapiewahl von entscheidender Bedeutung.