Analvenenthrombose

Plötzlich auftretende Schwellung am After mit Schmerzen und Druckgefühl nach Belastung oder langem Sitzen.

 

Was ist eine Analvenenthrombose?

Eine Analvenenthrombose ist ein plötzlich auftretende Schwellung am After und kann sehr schmerzhaft sein. Es handelt sich hierbei um ein kleines Blutgerinnsel in Venen, die unter der Haut im Afterbereich verlaufen.

 

Andere Bezeichnungen sind die "Analthrombose, Perianalthrombose oder Perianale Venenthrombose". Fälschlicherweise wird oft die Bezeichnung "Äußere Hämorrhoide" verwendet, was aber anatomisch nicht korrekt ist, da Hämorrhoiden im Analkanal liegen und nicht außen am After sind. 

 

Analvenenthrombose - Proktologie Berlin COPV

Die Analvenenthrombose ist ein akuter Gefäßverschluß am After, der plötzlich auftritt.

 

Durch das geronnen Blut kommt es zu einer typischen bläulich-violetten  Schwellung, die durch die gespannte Haut Schmerzen verursachen kann.

 

Aufgrund der äußeren Lage am Afterrand, kann die Thrombose im Gegensatz zur den innen liegenden Hämorrhoiden gut ertastet werden. 

"Die plötzlich auftretende schmerzhafte Schwellung am Afterrand ist typisch für eine Analvenenthrombose"

Wie entstehen Analvenenthrombosen?

Viele Faktoren können eine Analthrombose auslösen. In einigen Fällen findet sich aber keine Ursache. Zu den häufigsten Auslösern einer Analthrombose gelten u.a. thermische Einflüsse wie Kälte (Sitzen auf kalten Flächen), schwülwarmes Wetter, ungewohnte körperliche Anstrengung wie Joggen, Radfahren oder ein Umzug.

 

Auch ein starkes Pressen wie bei hartem Stuhlgang oder der Entbindung kann zu einer Thrombose führen, sowie proktologische Eingriffe und Analverkehr. Weiter können hormonelle Faktoren (Regelblutung), Alkohol und Gewürze eine Rolle bei der Entwicklung spielen.

 

Möglicherweise begünstigen vergrößerte Hämorrhoidenpolster, die zu einer Strömungsverlangsamung in der Venen führen, die Entstehung von Thrombosen. Daher sollten vergrößerte Hämorrhoiden immer durch einen erfahrenen Proktologen ausgeschlossen werden. 

 

Wie ist die Verteilung in der Bevölkerung?

Da die Analthrombosen in der Regel nicht operiert werden und sich von alleine wieder zurückbilden, liegen keine exakten Zahlen vor. Im mittleren Erwachsenenalter haben 5% der proktologischen Patienten eine Analvenenthrmombose, wobei Frauen und Männer gleichhäufig betroffen sind. Im Gegensatz zu einem Hämorrhoidalleiden können Analvenenthrombosen gehäuft auch bei Jugendlichen auftreten. 

 

Was sind die Beschwerden einer Analthrombose?

Die Patienten klagen in der Regel über akut einsetzende Schmerzen in Verbindung mit einer Schwellung am Afterrand. Begleitend können Juckreiz, Stechen, Brennen und ein starkes Druckgefühl mit auftreten. Dagegen zeigt sich bei einer frischen Analthrombose kein Blut.

 

Die Diagnose wird durch den Blick des Proktologen gestellt. Es zeigt sich bei der Untersuchung am Afterrand meistens eine prallelastische bis derbe, bläulich-rote Schwellung von Erbsen- bis Pflaumengröße.

 

Gelegentlich sind auch mehrere, kleine Thromben tastbar. Wenn die Thromben sichtbar sind, ist die Diagnose gestellt. Weitere Untersuchungen sind nicht notwendig. Die Analthrombose kann nicht in den After hineingeschoben werden, da diese von außen kommt. Dagegen können Hämorrhoiden mit dem Finger zurückgeschoben werden, da diese auch von innen kommen.

 

"Die Analthrombose kann nicht in den After hineingeschoben werden, da sie von außen kommt - im Gegensatz zu Hämorrhoiden, die von innen kommen"

Wie wird die Analthrombose therapiert?

Eine Analvenenthrombose muss nicht operiert werden, da das Blutgerinnsel sich komplett auflöst. Es sind daher nur schmerzstillende Maßnahmen erforderlich wie Salben und Gels mit Lidocain und entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac.

 

Thrombenauflösende Salben haben keinen Einfluss auf den Verlauf. Nach 2-5 Tagen bilden sich die Schmerzen in der Regel deutlich zurück. Die Spannung nimmt ab, da die Haut wieder weicher wird (Rückbildung des Ödems). Der Abbau des Blutgerinnsels kann je nach Größe bis zu 6 Wochen andauern, allerdings bestehen dann keine Schmerzen mehr.

 

Bei sehr großen Thrombosen kann die Haut durch den starken Druck aufplatzen und es kann zu Blutungen mit schwarzen Krümeln kommen, was dem geronnen Blut entspricht. Dadurch entsteht eine schlagartige Erleichterung. Die Wunde muss dann nur 2x tgl. mit Wasser ausgetuscht werden und verheilt problemlos.

 

Wichtig ist, dass es sich bei der Analthrombose um einen kleinen Verschluss eines Blutgefässes handelt und dieses Blutgerinnsel (Thrombus) nicht weiter wandern kann, es also nicht zu einer Embolie kommen kann! Die meisten Menschen haben in Ihrem Leben eine Analvenenthrombose gehabt, es ist also ein sehr häufiges Phänomen.

 

Wann muss operiert werden und wie?

Bei sehr großen und schmerzhaften Analvenenthrombosen kann eine Operation erforderlich sein. Ebenso bei häufig wiederkehrenden Thrombosen wie z.B. im monatlichen Abstand. Hierbei sollte immer eine komplette Ausschneidung des Thrombus erfolgen und nicht nur ein Einschneiden, was nur wenig wirksam ist. Dieses kann unter Lokalanästhesie mit Strom erfolgen. Die Wunde wird nicht vernäht und bleibt offen. Bei regelmäßigem Austuschen in den ersten 2 Wochen besteht keine Gefahr einer Infektion. 

 

Operationszeit: 2-5 Minuten

Krankenhausaufenthalt: keiner, rein ambulante Operation

Arbeitsunfähigkeit: 2-3 Tage

 

Prophylaxe

Es gibt keine Möglichkeit eine Analvenenthrombose zu verhindern. Ein bestehendes Hämorrhoidenleiden sollte bei wiederkehrenden Analthrombosen durch einen Proktologen behandelt werden. 

 

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