Sinus Pilonidalis (Steißbeinfistel)

Der Begriff der Steißbeinfistel ist irreführend. Es handelt sich um eine reine Hauterkrankung ohne Beteiligung der Knochen. Er tritt vor allem bei jungen Männern auf. Frauen sind 6-7-fach seltener betroffen. Die Erkrankung entsteht wahrscheinlich dadurch, dass Haare umknicken und sich in die Haut zwischen den Gesäßseiten langsam einbohren. Um diese Haare bildet sich ein (Fistel-)Gang, der zu einer chronischen Entzündung führen kann. Im akuten Stadium kommt es zu einer Eiteransammlung (Abszess), die entweder spontan aufplatzt oder chirurgisch eröffnet werden muss. Es handelt sich bei der Eiteransammlung immer um eine chirurgische Therapie, Antibiotika sollten daher nicht verordnet werden.

Eine Eiterbildung muss aber nicht immer vorhanden sein. Der entstandene Gang (Fistel, Porus) bleibt in der Regel offen und „saugt“ immer neue Haare hinein, so dass die Krankheit immer weiter fortschreitet. Dies erklärt die Tatsache, warum häufig Soldaten betroffen sind: das lange Marschieren unter unhygienischen Bedingungen begünstigt das Einbohren der Haare in die Haut.

 

Eine Prophylaxe ist neben der regelmäßigen Analhygiene die Haarentfernung in dem betroffenen Gesäßabschnitt mittels Laser (Epilation). Leider werden diese Kosten nicht von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.