Cocczygodynie (Steißbeinschmerz)

Eine sogenannte Coccygodynie ist die Bezeichnung für chronische Schmerzen in der Umgebung des Steißbeins (Os coccygis). Die Erkrankung betrifft mehr Frauen (80 Prozent) als Männer und äußert sich als Schmerz vor allem im Sitzen. 

 

Die Steißbeinschmerzen treten häufig nach Stürzen (auf das Gesäß), Verletzungen (zum Teil Frakturen), Prellungen, nach Veränderungen an den Bandscheiben sowie nach schweren Entbindungen auf. Auch Irritationen im Bereich der Muskelansätze bzw. Sehnen am Knochen (Tendopathien),Tumore oder angeborene Steißbeinanomalien sind manchmal zu finden. Eher selten liegen eine Reizung des Knochens selbst oder eine chronische Stuhlverstopfung (Obstipation) vor. Oftmals bleibt die Ursache auch unerkannt.

 

Die genannten Ursachen führen meistens, nicht selten auch in Kombination mit dem Knochengewebe, zu einem unspezifischen Reizzustand bzw. zu einer unspezifischen Entzündung der Knochenhaut des Steißbeins (Periostitis).Massagen im Steißbeinbereich und der Lendenwirbelsäule können hilfreich sein. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Osteopathie, bei der das Steißbein umgebende Bindegewebe gelockert wird. Evtl. kann auch versucht werden, mit einer Umspritzung der Steißbeinregion die bestehende Entzündung zu unterdrücken. Eine neuere Therapieform besteht in der extrakorporalen Stoßwelle. Eine operative Therapie mit Entfernung der Steißbeinspitze sollte nur bei starken Beschwerden und nach Ausschöpfung aller konservativer Therapiemaßnahmen in Betracht gezogen werden.