Analfissur

Analfissuren sind kleine Einrisse in der sehr schmerzhaften Analhaut (Anoderm), die oft durch harten Stuhl oder starkes Pressen entstehen. Das Leitsymptom ist hierbei der brennende Schmerz beim Stuhlgang und 1-2 Stunden danach. Da es sich bei der Analfissur um eine Risswunde handelt, können auch größerer Mengen Blut mit abgehen. Die Patienten berichten oft ein schmerzhaftes Aufreißen der Analhaut.

 

Die Schmerzen können dabei solch starke Formen annehmen, dass die Patienten den Stuhlgang vermeiden und dadurch eine Verstopfung bekommen (proktogene Obstipation), was die Situation verschlechtert. Es beginnt ein Kreislauf, der gestoppt werden muss.

 

Wir haben eine große Erfahrung in der Behandlung der Analfissur insbesondere bei jungen Menschen und versuchen immer eine Operation zu vermeiden. Falls aber eine Operation notwendig ist, führen wir diese sicher, schmerzarm und komplikationslos durch. Haben Sie keine Angst und vertrauen Sie uns.

 

Akute und Chronische Form der Analfissur

Zu unterscheiden sind dabei die akute von der chronischen Form einer Analfissur. Die Definition ist dabei nicht ganz einheitlich. Wir sehen die akute Form als einen frischen Einriss an, der beste Chancen hat zu verheilen. Dabei ist der wohlgeformte, regelmäßige und weiche Stuhlgang das Wichtigste Ziel für eine gute Heilung. Hilfreich sind dabei die tgl. Trinkmenge zu erhöhen sowie ggf. auf eine balaststoffreiche Ernährung umzustellen. Sollte dieses alleine nicht ausreichen, sind Stuhlregulantien wie z. B. Flohsamenschalen einzunehmen.

 

Unterstützend können Cremes genommen werden, die die Durchblutung des Schließmuskels fördern, was zu einer besseren Wundheilung führt. Begleitend können dazu Salben mit einem lokalen Betäubungsmittel verabreicht werden. Hierunter kommt es oft zur vollständigen Ausheilung.

 

Bei der chronischen Form der Analfissur, die nach 4-6 Wochen einsetzen kann ist u.a. schon eine deutliche Veränderung der Fissur eingetreten. So hat sich der frische Riss zu einer festen Narbe umgewandelt und der innere Schließmuskel ist in dieses Prozess mit inbegriffen. Zusätzlich entstehen sog. Sekundärausbildungen aufgrund des chronischen Reizzustandes. Dazu gehört die äußerlich gut sichtbare und tastbare Vorpostenfalte, die fälschlicherweise oft als Hämorrhoide fehlgedeutet wird. Hierbei handelt es sich um eine reine Hautfalte. Im Analkanal bildet sich eine sog. hypertrophe Analpapille am Ende der Analfissur aus. Dieses sind reguläre kleine Ausstülpungen aus der Schleimhaut, die bis zu 3cm groß werden können.

 

Medikamentöse Therapie der Analfissur

 Eine rein medikamentöse Behandlung, die bis zu 6 Monaten dauern kann, führt  unter Umständen zu einem Verschluss der Fissur, die Sekundärausbildungen jedoch bleiben bestehen. Hier kann nur eine Operation helfen. Bei sehr starken Schmerzen, die eine Untersuchung nicht zulassen muss häufig auch der Weg der Diagnostik in Narkose gewählt werden um eine bösartige Ursache der Beschwerden auszuschließen. Dieses kann problemlos ambulant erfolgen. Wenn sich dabei die Diagnose einer chronischen Analfissur bestätigt, kann eine operative Therapie in gleicher Sitzung erfolgen. 

 

Achtung: Die Rezeptur mit z.B. Diltiazem, Isorbiddinitrat oder Glyceroltrinitrat ist keine Kassenleistung. Sie müssen dieses Rezepturen, die zwischen 20€ und 30€ kosten selber bezahlen und bekommen dieses nicht von Ihrer Krankenkasse erstattet. Daher werden die Rezepte auch auf einem grünen Privatrezept und nicht auf einem rosafarbenen Kassenrezept ausgedruckt. Dieses ist keine Versehen von uns, auch wenn es in der Apotheke behauptet wird. 

Was sagt die AWMF Leitlinie zu der Analfissur?

Im Jahre 2019 wurde eine Leitlinie zur Behandlung der Analfissur von einer Expertengruppe erstellt.

An dieser Leitlinie sollten sich Proktologen, aber auch proktologisch tätige Ärzte orientieren.

  • Welche Diagnostik ist notwendig, welche verzichtbar?
  • Welche konservativen Therapiemöglichkeiten sind empfehlenswert?
  • Welche operativen Verfahren erreichen die optimalsten Ergebnisse?
  • Welche Narkoseverfahren sind vorteilhaft?
  • Welche postoperativen Maßnahmen und welche Art der Wundbehandlung ist sinnvoll?
  • Welche Komplikationsmöglichkeiten können auftreten, wie können sie therapiert werden
"Wir operieren die Analfissur nur wenn eine nichtoperative Therapie ausgereizt ist - dann aber schmerzarm und komplikationslos"

Gerne können Sie online einen Termin unter www.doctolib.de bei unseren Ärzten buchen. Telefonisch sind wir unter 030 76 88 66 33 und als eMail unter info@copv.berlin für Sie erreichbar. Wir freuen uns.