OP: Sinus Pilonidalis

Bei der Behandlung der sog. Steißbeinfistel gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Gemeinsam ist, dass es bisher nur die chirurgische Therapie gibt. Eine konservative Heilung, auch unter Antibiotikagabe,  ist nicht möglich. Die Operationsmethode hängt hierbei von der Ausprägung des Befundes ab.

  • Akute Entzündung: Dieser Zustand ist wie ein Abszess zu werten und bedarf einer sofortigen chirurgischen Sanierung. Ein Abszess ist immer eine Notfallindikation. Kleinere Abszesse von bis zu 5 cm können in der Regel gut ambulant in lokaler Betäubung eröffnet werden. Wichtig ist dabei die Haut auch auszuschneiden, damit ein guter Abfluss gewährleistet ist. Nur ein kleiner Schnitt unter Vereisung ist dabei nicht ausreichend. Größere Abszesse sollten im Krankenhaus in Vollnarkose operiert werden. Aber Vorsicht, heutzutage besteht immer noch die Ansicht in den Krankenhäusern, dass eine großzügige Entfernung nur Heilung bedeutet. Oft entstehen dadurch sehr große Defekte, die langsam über 8-16 Wochen heilen. Dieses ist für die meist jungen Patienten eine große physische und psychische Belastung.
  • Kleine Fistelgänge ohne Entzündung: Hierbei sind die Öffnungen zu sehen, wo Haare in die Tiefe einwachsen. Diese sog. können in einer kleinen, schmerzarmen Operation, dem Pit Picking, gut ambulant operiert werden. Es verbleiben kleine Wunddefekte, die keine Schmerzen verursachen und in der Regel innerhalb weniger Tage abheilen.
  • Größere Fistelgänge ohne Entzündung: Bei diesen Befunden stößt das Pit Picking Verfahren an seine Grenzen, da am Ende der Kanäle sich höhlen und Narben befinden, die ausgeschnitten werden müssen. Wenn diese Fistelgänge nicht akut entzündet sind kann z.B. eine Operation nach Karydakis erfolgen. Dabei wird die Haut und das Unterhautfettgewebe komplett entfernt und eine kleine plastische Operation angeschlossen, um den Defekt zu verschließen. Die Wunde kann komplett zugenäht werden und die Wundbelastung sind im Gegensatz zu der großen Wunde nur für ca. eine Woche vorhanden. Nachteil ist die erhöhte Infektionsgefahr aufgrund der Nähe zum After, wodurch die Wunde aufgehen kann. Letztendlich ist dann das Resultat aber das Gleiche wie bei einer größeren Ausschneidung.

Operationszeit: 5-30 Minuten

Krankenhausaufenthalt: 1-2 Tage,  ambulante Operation nach Befund möglich

Arbeitsunfähigkeit: ca 1-6 Wochen