OP: Hämorrhoidalleiden

Die Indikation zu einem operativen Eingriff ist gegeben, wenn die konservativen Methoden wie Verödung und Gummibandligatur im Stadium 1-2 nicht zu einem gewünschten Therapieerfolg führen, oder ein Stadium 3/4 vorliegt. Die Wahl der Operationsmethode ist dabei von dem Befund abhängig.

  • HAL-RAR (Minimal Invasiv): Dieses Verfahren ist besonders schonend und schmerzarm. Zuerst werden hierbei die Blutgefäße unterbunden, die die Hämorrhoidenknoten mit Blut versorgen. Idealerweise erfolgt die Indentifikation der Blutgefäße mit der Ultraschallsonde. HAL = Hämorrhoiden Arterien Ligatur. Danach erfolgt die Raffung der Hämorrhoiden mittels einer speziellen Raffnaht. Dadurch wird die ausgestülpte Analschleimhaut wieder angehoben und im Analkanal festgenäht. RAR = Recto Anal Repair. Dieses Verfahren empfiehlt sich bei Hämorrhoiden 2-3 Grades, die noch gut beweglich sind. Nachteil des schonenden Verfahrens ist eine größere Rückfallquote.
  • RAFAELO (Minimal Invasiv): Hierbei handelt es sich um ein neues Therapieverfahren, welches gut ambulant durchgeführt werden kann und im Gegensatz zu den anderen Verfahren sehr schmerzarm ist. In den meisten Fällen werden unter einer lokalen Betäubung (der Patient ist dabei wach) die Hämorrhoidenpolster 2-3 Grades mit einer Hitzesonde verkocht (Thermoablation). Das Verfahren ist bereits u.a. aus der Venenchirurgie etabliert und ein fester Bestandteil der schmerzarmen Therapiemöglichkeiten. Ausserdem ist das Verfahren sehr sicher und es führt zu einem sofortigen Verschwinden der Beschwerden. Der Eingriff dauert maximal nur 10 Minuten und die Patienten können nach einer kurzen Überwachungsphase auf Nachblutungen nach Hause gehen. Danach gibt es keine Einschränkungen im Alltag. Das Wort RAFAELO steht übrigens nicht für eine Praline, sondern für "Radio Frequency Treatment of Haemorrhoids under Local Anaesthesia". Nicht durchgeführt werden kann die Operation bei Patienten mit:
    • Schwangerschaft
    • Herzerkrankungen (einschließlich Herzschrittmachern)
    • Hautinfektionen im Afterbereich
    • Analfissuren oder Infektionskrankheiten wie Kryptitis oder Proktitis
    • Vorhandenen Klammern nach einer Longo Operation oder einer Krebsoperation im Enddarmbereich.
  • Milligan-Morgan: Klassische Operation mit verschiedenen Untertypen. Gemeinsam ist hierbei die komplette Entfernung des Hämorrhoidenknotens. Die Wunde verbleibt in der Regel offen und heilt in den folgenden 2-6 Wochen zu. Da es sich um eine offene Wundheilung handelt, wird in den ersten Wochen  verstärkt ein Wundsekret abgegeben. Die Schmerzintensität ist sehr unterschiedlich und hängt von dem Ausmaß der Operation ab. Verwendet wird diese Operation bei einzelnen Hämorrhoiden 3-4 Grades (diese können auch ambulant operiert werden) oder bei einem kompletten Analprolaps (Grad 4).
  • Longo: Dieses Verfahren wird auch Stapler-Hämorrhidopexie genannt. Die Hämorrhoidenknoten werden hierbei gerafft und eine größere Schleimhautmanschette mit dem Klammernahtgerät abgetragen. Dadurch werden die Hämorrhoiden wieder an ihre ursprüngliche Position gezogen. Vorteil ist die geringe Schmerzintensität und die schnellere Rekonvaleszenz. Nachteil die erhöhte Blutungsgefahr aus der Klammernahtreihe und eine mögliche Engstelle im diesen Bereich.  Der Eingriff sollte ausschließlich stationär wegen der Nachblutungsgefahr erfolgen.

 

Operationszeit: 15-40 Minuten

Krankenhausaufenthalt: 1-4 Tage

Arbeitsunfähigkeit: ca 1-3 Wochen

Vollnarkose: ja