Nach der Operation

Prinzipiell sollen alle offenen Wunden im Analbereich für 1-2 Wochen 2x tgl. und nach jedem Stuhlgang für 2 Minuten mit klarem Leistungswasser ohne Zusatzstoffe gespült werden. Dadurch wird die Keimzahl reduziert. Danach braucht nur eine Kompresse eingelegt zu werden, ggf. mit etwas Wundsalbe wie z.B. Panthenol. 

 

Die Abgabe von Wundflüssigkeit (Sekret) ist nach den meisten Operationen, wo die Wunden nicht mit einer Naht verschlossen werden, ganz natürlich.  Dieses gehört zum Heilungsprozess dazu, da feuchte Wunden besser zusammenwachsen. In den ersten Tagen ist die Farbe orange-rot und nach ca 5 Tagen eher bernsteinfarben. Zusätzlich bildet der Körper einen eigenen Wundkleber (Fibrin), der sich wie ein schmieriger Film auf die Wunde legt. Dieses darf wegen der gelben Farbe nicht mit Eiter verwechselt werden. Die Flüssigkeitsabsonderung wird in der Regel nach 2 Wochen deutlich geringer und hört auf, wenn die Wunde beinahe zu geheilt ist.

 

In der Regel bestehen nach jeder Operation am After Schmerzen. Dabei ist die Intensität von Patient zu Patient und von der Art des Eingriffes sehr unterschiedlich. Häufig treten die Schmerzen erst ab dem zweiten postoperativen Tag oder nach dem ersten Stuhlgang auf. Wichtig ist daher die regelmäßige Einnahme der verordneten Schmerzmedikation. Ziel ist es keine oder nur geringe Schmerzen entstehen zu lassen. Dadurch kann die Ausbildung sehr starker Schmerzen oft frühzeitig unterbunden werden. Patienten, die bereits vor der Operation starke Schmerzen hatten, sind besonders gefährdet postoperativ länger andauernde Schmerzen auszubilden. Als Schmerzmittel können Ibuprofen, Paracetamol oder Metamizol (Novaminsulfon) genommen werden. Meistens dauern stärkere Schmerzen bis zum 10 postoperativen Tag an, danach wird es deutlich besser.

 

In seltenen Fällen kann eine Wundrandschwellung (Ödem) im Operationsgebiet auftreten, was schmerzhaft ist und die Patienten stark verunsichert. Diese Schwellung ist zwar ärgerlich und schmerzhaft, bildet sich aber nach 4-6 Wochen zurück. Hier helfen entzündungshemmende Schmerzmittel wir Ibuprofen oder Diclofenac, zusätzlich können Sie eine Salbe mit einem lokalen Betäubungsmittel (Posterisan akut, Xylocain Gel, Doloproct) auftragen.

 

Sehr wichtig ist es ein leichtgängiger, gut geformter Stuhlgang. Sie dürfen davor keine Angst haben. Der Stuhlgang ist für die Wunde harmlos und führt bei einer guten Wundreinigung mit Wasser nicht zu einer Infektion. Eine Verstopfung (Obstipation) ist unbedingt zu vermeiden. Nehmen Sie vor und in den ersten Tagen nach der Operation viel Flüssigkeit ohne Kohlensäure zu sich und vermeiden Sie blähende (Hülsenfrüchte) und stopfende (Bananen, Schokolade) speisen. Sie sollten keine Angst vor dem Stuhlgang haben, das fördert nur eine Verstopfung. Wenn Sie nach dem zweiten postoperativen Tag keinen Stuhlgang hatte, wenden Sie sich an uns oder eine Apotheke, um abführende Mittel zu nehmen (Flohsamen, Makrogol). Einläufe sind dabei wegen der Verletzungsgefahr nicht zu verwenden.

 

Eine Kontrolle findet in der Regel:

  • Am ersten Tag nach der ambulanten Operation oder am ersten Tag nach der stationären Entlassung statt. Dafür bekommen Sie einen Termin von uns, der bei einer Verknüpfung mit unserem Doctolibterminkalender eine Email und SMS schickt.
  • Eine zweite Vorstellung erfolgt bei noch vorhandenen Beschwerden nach ca. 5-7 Tagen
  • Weitere Kontrollen sind nur nach Rücksprache notwendig. In der Regel finden Kontrolluntersuchungen mit einem Proktoskop erst nach 6-8 Wochen statt. Wenn es keine Beschwerden von Seiten der Patienten gibt, kann diese Untersuchung auch entfallen.

Wichtig: Wenn Sie akute Beschwerden innerhalb von 2 Wochen nach einer Operation haben, können Sie natürlich auch ohne einen Termin zu uns kommen. Bitte erkundigen Sie sich vorher unbedingt nach den Anwesenheitszeiten, von Frau Dr. Kohsow und Prof. Jacob, damit wir Ihnen auch helfen können.