Pit Picking

Bei der Behandlung der sog. Steißbeinfistel gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Gemeinsam ist, dass es bisher nur die chirurgische Therapie gibt. Eine konservative Heilung, auch unter Antibiotikagabe,  ist nicht möglich. Die Operationsmethode hängt hierbei sehr von der Ausprägung des Befundes ab. 

 

Bei dem Pit Picking werden kleine Haarkanäle mit einer Stanze aus der Haut entfernt. Diese sind vermutlich die Eintrittspforten für Haare in das Unterhautfettgewebe, was zu der gefürchteten chronischen Entzündung führt. Daher gehört auch die komplette Entfernung dieser Haare zu der Operation, da ansonsten die Entzündung wieder auftritt, was als ein Rezidiv bezeichnet wird. Es muss also viel Erfahrung von Seiten des Operateurs vorhanden sein und der Eingriff sehr gründlich durchgeführt werden. Mittlerweile haben wir über 500 dieser Eingriffe durchgeführt und können daher eine große Expertise aufweisen. 

 

Nach dem Eingriff bleiben die sehr kleinen Wunden offen, damit das sich bildende Wundsekret abfließen kann, wodurch die Wunde sich selber reinigt. Es gibt zwar auch die Möglichkeit eines Nahtverschlusses, da aber hierbei immer die Restgefahr einer erneuten Entzündung mimt Eiterbildung besteht und die Wunden innerhalb von 1 Woche sich verschließen, bevorzugen wir eine offene Wundheilung.

 

Wichtig ist hierbei zu wissen, dass die Erkrankung wiederkehren kann (ein sogenanntes Rezidiv) und das Risiko hierfür bei etwa 20% liegt. Nach wie vor ist die klassische großzügige Ausschneidung (Exzision) des Befundes der "Goldstandard" in der Chirurgie des Sinus pilonidalis, da es weniger Rezidive gibt.

Allerdings ist der Heilungsverlauf sehr langwierig und kann bis zu 6 Monate betragen, wodurch die Patienten und deren Angehörige, die beim verbinden helfen müssen, stark an Ihre körperlichen und psychischen Grenzen kommen.

 

Daher ist das Pit Picking bei einem geeigneten Patienten oder seltener Patientin immer einen Versuch wert. 

 

Dieses ist eine typische Hautstanze mit denen die Pit Picking Operation u.a. durchgeführt wird.

 

Die Öffnung ist in der Regel 3-4mm im Durchmesser und die Kanäle werden im ganzen ausgestanzt, was schmerzarm ist.

 

Über den entstandenen Kanal wird die vorhandene Abszesshöhle gesäubert, Haare entfernt und zum Schluß gespült. 

 

Nach 1-2 Wochen ist die Wunde in der Regel zugeheilt.

Operationszeit: 5-10 Minuten

Krankenhausaufenthalt: nein, rein ambulante Operation.

Arbeitsunfähigkeit: ca 1-5 Tage

Vollnarkose: nein