Welche Komplikationen kann es geben?

Zum Glück sind Komplikationen in der Proktologie selten und sollten daher niemanden vor einem operativen Eingriff abschrecken. Aufgrund einer sehr guten Durchblutung des Afterbereiches ist die Wundheilung besonders effektiv, so dass auch größere Wunden sich nach mehreren Wochen in der Regel problemlos verschließen. 

Die größte Gefahr besteht immer bei einer Verletzung des Schließmuskels. Hieraus kann eine Inkontinenz resultieren, weshalb größere Eingriffe wohl überlegt sein müssen. 

 

Zu unterschieden ist hierbei die sensible Steuerung der Kontinenz von der motorischen. So kann eine Durchtrennung  des Schließmuskels über 30% zu einer Muskelstörung führen. Dadurch hat der Schließmuskel keine ausreichende Kraft mehr zu verschließen. Es resultiert eine Stuhlinkontinenz. Diese wird nach der Stärke in 3 Grade eingeteilt (Durchlässigkeit für Winde=Grad 1; Durchlässigkeit für flüssigen Stuhl=Grad 2; Durchlässigkeit für festen Stuhl=Grad 3). Eine solche Inkontinenz kann z.B. nach ausgedehnten Analfisteloperationen entstehen oder bei großen Abszessen, die bereits durch den entzündlichen Prozeß einen Teil des Muskels zerstört haben. 

Eine Sensible Inkontinenz kann z.B. nach ausgedehnten Hämorrhoidenoperationen entstehen, bei der große Anteile der feinen Haut (Anoderm) entfernt werden, so das es keine Steuerung für den Stuhldrang mehr gibt. Die Patienten merken nicht, dass Sie Stuhldrang haben und sind daher inkontinent.

 

Nach jedem Eingriff können sich schmerzhafte Schwellungen im Wundbereich bilden, die schmerzhaft sind. Diese können in der Regel problemlos in Lokalanästhesie entfernt werden.

 

In seltenen Fällen kann es zu Nachblutungen kommen, die operativ gestillt werden müssen. Ob eine Narkose dafür erforderlich ist, hängt vom Befund und der Übersichtlichkeit ab.